In diesen Cache findet ihr ein kleines Buch.
Dieses Buch ist das Logbuch.
Bitte loggt euch dort ein und wer mag darf gerne einen kleinen Witz hinterlassen.
Eine kleine Geschichte für unsere kleinen Schnüffelnasen
Jedes Jahr, wenn im Januar die Natur ganz langsam und zaghaft aus ihrem Winterschlaf erwacht, werden auch die Knospenwichtel, die Wurzelzwerge und die Blumenelfen munter.
Wie? Ihr fragt, was Knospenwichtel sind? Und von Wurzelzwergen und Blumenelfen habt ihr auch noch nie gehört?
Nun, dann wird es aber wirklich allerhöchste Zeit, dass ihr die liebenswerten Naturwesen kennenlernt.
Ihr müsst aber wissen: Nur die allerwenigsten Menschen haben sie bisher zu Gesicht bekommen, denn sie sind nicht nur ein wenig schüchtern und scheu, sondern obendrein auch sehr, sehr klein. Viele von ihnen sind nicht größer als ein Gänseblümchen. Und da ist es ja klar, dass man schon ganz genau hinsehen muss, um so einen kleinen Knospenwichtel wie Herrn Primelo oder die kleine Blumenelfe namens „Glöckchen“ zu finden.
„Auf alles in der Natur muss man gut aufpassen!“, finden nicht nur die Knospenwichtel.
Glöckchen ist übrigens die erste der Blumenelfen, die mitten im Winter, zu Beginn des Januars, aus einem kurzen, aber erholsamen Winterschläfchen erwacht und sich um die wunderschönen Schneeglöckchen kümmern wird, die dann bald zu wachsen anfangen.
Jeder Knospenwichtel, jeder Wurzelzwerg und auch jede Blumenelfe hat nämlich eine sehr besondere Aufgabe: Sie alle sind Freund und Pate ihrer ganz eigenen Pflanze. Das kann eine Blume, ein Baum oder ein Busch, ein klitzekleiner Grashalm oder irgendetwas anderes Feines sein, das da draußen wächst und das die Naturwesen hegen und pflegen. Und beschützen.
Denn auf alles in der Natur, finden nicht nur die Knospenwichtel, muss man sehr gut aufpassen.
Glöckchen also, die kleine Blumenelfe, die passt gut auf die Schneeglöckchen auf. Das hört man ja schon an ihrem Namen und sie trägt ein sehr schickes, weißes Kleid, das wie die Blütenblätter ihrer Blumenfreunde aussieht. Manchmal, wenn noch eine dicke Schneeschicht über der Erde liegt, während ihre Schneeglöckchen an das Tageslicht wachsen möchten, schiebt die Blumenelfe mit ihrer hübschen Schaufel ein bisschen Schnee beiseite, um ihren Blumen dabei zu helfen, ihre zarten Köpfchen aus der Erde zu strecken. Oder sie deckt sie, an anderen Tagen, ein bisschen mit Moos und Blättern zu, wenn der Winterwind gar so kalt pfeift.
Und so hat Glöckchen im Januar alle Elfenhände voll zu tun und hört liebend gern dem leisen Läuten und Klingen und Wachsen der ersten Blumen des Jahres, ihren Schneeglöckchen, zu.
Krokus
Heute summt Glöckchen ein nettes Liedchen, während sie zwischen den Schneeglöckchen umherhüpft und ihnen sacht über die kleinen Blütenköpfe streichelt. Und weil sie so beschäftigt ist, hat sie gar nicht gehört, dass ihre Nachbarin Krokustilla plötzlich hinter ihr steht.
Krokustilla seufzt, denn sie ist eine ziemlich ungeduldige Blumenelfe. Sie kann es einfach nicht erwarten bis die Pflanzen, um die sie sich so gern kümmert, endlich, endlich zu wachsen beginnen. Bisher ist nämlich noch kein einziger Krokus in Sicht.
(c) Susanne Bohne
„Ach! Hallo Krokustilla! Wie schön, du bist ja auch schon wach!“, ruft Glöckchen, die das Seufzen gehört hat und sich über Besuch immer freut. Aber Krokustilla verschränkt nur die Arme und ist ein bisschen beleidigt.
„Hallo“, murmelt sie und schielt auf die vielen Schneeglöckchen.
Da ahnt Glöckchen auch schon, warum Krokustilla so schlechte Laune hat. Jedes Jahr um diese Zeit muss Krokustilla noch abwarten bis ihre wunderbar leuchtenden Krokusse, die in Violett und Gelb und Weiß blühen, zu wachsen beginnen. Immer ist sie nur die Zweite, hinter Glöckchen. Und das macht ihr einfach jedes Jahr ganz grummelgrollig schlechte Laune. Weil sie nämlich auch mal die Erste sein möchte.
(c) Susanne Bohne
„Oh je, Krokustilla, sei doch nicht traurig! Deine Krokusse wachsen ganz bestimmt ganz schnell, das kann nicht mehr lange dauern. Und du weißt doch, dass sie so wunderbar bunt blühen. Das können meine Schneeglöckchen jedenfalls nicht, weil sie immer weiß sind. Oder? So hat jedes Ding der Natur etwas eigenes Tolles“, sagt Glöckchen aufmunternd, aber Krokustilla grummelt nur: „Ja, ja“
Dann kickt sie, wegen ihrer Grummelgrolliglaune, mit voller Wucht gegen einen Kieselstein, der neben ihr im Schnee liegt. Und der saust in hohem Bogen durch die Luft – und trifft ein Schneeglöckchen genau mitten am Blütenkopf. Au weia! Oh jemine! Das scheppert vielleicht! Das arme Schneeglöckchen klirrt und zittert, dass es fast abknickt und umfällt.
Oh jemine!
Glöckchen hält sich vor Schreck die Hand vor den Mund. Der Knospenwichtel Primelo, der gerade auf der Birke über der Schneeglöckchenwiese ein Nickerchen gehalten hat, plumpst beinahe in den Schnee. Und dem Wurzelzwerg Wurzi, der gerade seiner Tanne ein bisschen die Wurzeln poliert hat, fliegt fast die Zwergenmütze vom Kopf. So laut hat es gescheppert.
Glöckchen ist natürlich direkt losgelaufen, um nachzuschauen, ob es dem armen Schneeglöckchen gut geht und ob es sich etwas gebrochen hat. Es ist aber alles noch einmal gut gegangen und alle sind mit dem Schrecken davongekommen.
Entschuldigung!
Krokustilla, die ganz blass geworden ist, weil sie ja niemandem absichtlich wehtun wollte, steht nun da und es tut ihr ganz schrecklich leid.
„Entschuldigung“, murmelt sie mit gesenktem Kopf und streckt Glöckchen ihre Hand hin. „Es tut mir leid!“
Glöckchen schüttelt Krokustillas Hand und sagt: „Entschuldigung angenommen!“, denn sie weiß ja, dass ihre Freundin Krokustilla eigentlich eine sehr liebe Blumenelfe und nur ein bisschen ungeduldig ist. Und schließlich kann jeder mal grummelgrollig sein, das ist nicht weiter schlimm.
Wurzelzwerg Urzel weiß, was man gegen Grummellaune tun kann
„Nächstes Mal stapfst du aber besser eine Runde durch den tiefen Schnee. Wie ein Storch durch den Salat. Statt Steine zu kicken“, sagt Urzel, der lustige Wurzelzwerg, der unter der Buche lebt und legt Krokustilla eine Hand auf die Schulter.
„Das mache ich jedenfalls immer, wenn ich schlecht gelaunt bin. Oder, wenn gerade kein Schnee liegt, dann laufe ich einfach fünf Minuten durch den Buchenwald, atme tief ein und aus und zähle langsam bis 20. Das hilft immer! Dann ist die Wut und die grollige Laune weg. Probier es doch nächstes Mal einfach aus!“
Und das will Krokustilla gern tun. Sie ist wirklich froh, dass ihre Freunde immer für sie da sind und jetzt findet sie es gar nicht mehr so schlimm, darauf warten zu müssen, bis ihre Krokusse wachsen.