Bildung von Sinter- und Tropfsteinformen
Die Sinterbildung ist ein geologischer Prozess, bei dem Mineralien in Wasser gelöst und dann als feste Schichten auf Oberflächen abgelagert werden, nachdem das Wasser verdunstet ist oder sich chemische Bedingungen ändern. Dieser Prozess führt zur Bildung von Sinter oder anderen Tropfsteinformen. Man spricht hier von einer harten, porösen Ablagerung, die häufig in heißen Quellen, Höhlen und Kalksteinumgebungen zu finden ist.
Nachfolgend werden drei verschiedene Arten vorgestellt, bei denen jeweils ein anderes Mineral für eine Sinterbildung verantwortlich ist.
1. Kalksinter (auch Travertin oder Kalktuff genannt): Dies ist hauptsächlich aus Calciumcarbonat (CaCO3) aufgebaut. Kalksinter bildet sich oft in Höhlen (als Tropfstein, Stalaktiten und Stalagmiten) und um heiße Quellen herum, wo mineralreiches Wasser aus dem Boden tritt und das gelöste Calciumcarbonat bei Kontakt mit der Luft ausfällt. Unter UV-Licht fluoreszierend.
2. Kieselsinter (auch Siliciumdioxid-Sinter genannt): Dies besteht hauptsächlich aus Siliciumdioxid (SiO2). Kieselsinter entsteht typischerweise in geothermalen Gebieten, wie z.B. in und um Geysire und heiße Quellen, wo Siliciumdioxid aus dem heißen Wasser ausgefällt wird, wenn das Wasser abkühlt.
3. Calciumhydroxid-Sinter (Sinter aus Calciumhydroxid): Calciumhydroxid (Ca(OH)₂), auch bekannt als gelöschter Kalk, kann sich unter bestimmten Bedingungen zu Sinter umwandeln. Dieser Prozess ist oft das Ergebnis der Hydratation von Calciumoxid (CaO) und findet normalerweise in industriellen Anwendungen wie der Zement- und Bauindustrie statt. Unter UV-Licht nicht fluoreszierend.
Sinter und Tropfsteinformen
Die Formen von Sinter und Tropfsteinen können sehr unterschiedlich sein und auch deren Größe kann deutlich variieren, sodass sich diese Schichten sich im Laufe der Zeit zu großen Ablagerungen entwickeln oder sogar ganze Höhlenstrukturen bilden. Dieser Prozess zur Bildung von Tropfsteinen und Sinter dauert Jahrtausende. Je nach Bedingungen kann es zwischen 1.000 und 10.000 Jahren dauern, bis ein Sinter eine Länge von 50 Zentimetern erreicht. Dies ist im Grunde der umgekehrte Prozess der Entstehung vieler Höhlen.
Die beiden bekanntesten Begriffe für Sinter sind Stalaktiten und Stalagmiten.
Die Formen der Tropfsteine variieren stark. Dünne, glasklare Röhrchen, auch Makkaronis genannt, sind oft der Anfang von Stalaktiten. Sie wachsen von der Höhlendecke nach unten. Wenn der Makkaroni verstopft, fließt das Wasser außen herunter, und der Tropfstein wird dicker. Alle Tropfsteine, die von oben nach unten wachsen, heißen Stalaktiten.
Stalagmiten, wie Sinterkerzen oder Sinterkegel, entstehen durch herabtropfendes Wasser, das sich am Boden ablagert und von dort nach oben wächst.
Manchmal treffen sich Stalaktiten und Stalagmiten, sodass es aussieht, als würden sie die Höhlendecke stützen. Weitere Formen sind sogenannte Excentriques, die oft in Ecken wachsen und die ungewöhnlichsten Formen annehmen.
Weitere Formen sind u.a. Wellenstrukturen, die an Rippel vom Strand erinnern. Aber auch Formen, die an Waben oder Netze erinnern, sind keine Seltenheit. Die Struktur von Sinter kann zudem sehr unterschiedlich sein und reicht von glatten Schichten bis hin zu körnigen oder sogar kugelförmigen Ablagerungen. Sie wird durch Faktoren wie den Fließverlauf des Wassers, die Konzentration von gelöstem Mineral und andere Umweltbedingungen beeinflusst. Die Farbe von Sinter kann variieren, typischerweise reicht sie von weiß über beige bis hin zu braun oder rot, abhängig von den enthaltenen Verunreinigungen und der Umgebung, in der er sich gebildet hat.