Trochiten am Arensberg
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Hier am Arensberg, der vorwiegend aus Kalkstein, Mergelstein und Tonstein besteht, könnt Ihr ganz besondere Fossilien finden. Die Fossilien sind in dem Erdzeitalter des Muschelkalks entstanden. Der Ablagerungszeitraum des Muschelkalks war vor ca. 243 bis 235 Millionen Jahren und liegt unterhalb des Buntsandsteins und oberhalb des Keupers. In diesem Zeitraum war vor Ort ein flaches Meer. Am Boden dieses Meeres setzten sich Pflanzenreste, Sedimente und Schlämme ab, die sich in Millionen von Jahren zu Kalkstein verfestigten. Die Ablagerungen mit seinen verschiedenen Fossilien liefern wertvolle Informationen zur Entstehung der Erdschichten und den damals vorherrschenden klimatischen Bedingungen. Der Name Muschelkalk rührt von den fossilen Muscheln her, jedoch finden sich häufig auch andere Fossilien in diesem Gestein. Zum Beispiel Armfüßer (Brachiopoda) oder Stachelhäuter (Echinodermata) in einigen Bereichen häufiger als Muscheln. Ein besonderes Schichtglied des Oberen Muschelkalks, der „Trochitenkalk“ wurde nach den dortigen Fossilien benannt. Der Name stammt von den Fossilien der Seelilie bzw. deren Stielgliedern. In den Ablagerungsräumen, wo sich also mehrere verschiedene Fossilien gebildet haben, können wir heute genauere Rückschlüsse über die Erdentstehung ziehen.
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Trochiten - Crinoidenkalk
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Trochiten (Crinoiden) sind die versteinerten ring- oder rädchenförmigen Glieder aus denen sich der Stiel der Seelilien aufbaute (ähnlich wie bei Bambus, nur sehr viel feiner und schmaler). Diese Stielglieder bilden die besondere Form des Crinoidenkalks (Trochitenkalk). Nach deren Tod sanken die kalkhaltigen Hartteile der Crinoiden zu Boden und bildeten im Laufe der Zeit zunehmend mächtigere Ablagerungen. Während der Gesteinsbildung verdichtete und verfestigte sich das Lockermaterial allmählich zu Kalkgestein. Die so gemeinsam entstandenen Ablagerungen von Crinoidenkalk, Schalentieren und winzigen Kalkalgen konnten bis zu 2000 Meter Mächtigkeit erreichen. Dort lassen sich heute deutlich die klimatischen Bedingungen von damals erkennen. Bei ruhigen Entstehungsbedingungen konnten sich größere Ablagerungen eines bestimmten Fossils an einem Ort bilden. Bei unruhigen Bedingungen zeigen sich wenige bzw. ungleichmäßige Anzahlen von Fossilien. Hier finden sich dann auch eher Mischungen unterschiedlicher Fossilien, da mehr Bewegung in der Entstehung vorhanden war. Die Stielglieder finden sich im Vergleich zu den Seelilienblüten viel häufiger. Die Gründe dürften Erosion der Gesteinsschichten, sowie auseinandergerissene oder weggeschwemmte Seelilienblüten während der Entstehungsphase sein. Die Mischungsart und deren Verhältnis bei unterschiedlichen Fossilien gibt so Aufschluss über z.B. Wasserhöhe und Klima zur Entstehungszeit. Im Bereich der Mythen und Legenden sind Trochiten auch als „Hexentaler“ bekannt.
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Jetzt hast Du genug Informationen zu den Fossilien die Du vor Ort in dem Aufschluss finden kannst, was wirklich nicht schwer ist, Du musst nur ganz genau hinschauen! Eine Infotafel wirst Du vor Ort nicht finden! Bitte VORSICHTIG an der Wand, es kann sich Gestein lösen und Dich möglicherweise verletzten! Jeder ist für seine Handlungen selbst verantwortlich!
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Viel Spaß bei der geologischen Entdeckungsarbeit :-)
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- Finde Trochiten-Versteinerungen im vorderen linken Bereich in der Wand (es gibt ausreichend!) und beschreibe mit Deinen eigenen Worten Form, Größe und relative Anzahl.
- Schau Dich weiter um; sind überall in etwa gleich viele Fossilien oder eher weniger/mehr?
- Warum ist das so (begründe die Entstehungsphase)?
- Hast Du weitere/andere Fossilien entdecken können? Wo in etwa? Beschreibe diese!
- Wie wird Trochitenkalk noch genannt?
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Da es leider immer wieder Cacher gibt, die, ohne hier gewesen zu sein, Antworten einreichen und loggen verlange ich einen Anwesenheitsnachweis per Foto. Wenn ihr nicht persönlich auf dem Foto zu sehen sein wollt haltet einen Zettel mit eurem Cachernamen vor den Aufschluss